Andacht Mai 2010 Drucken
Geschrieben von: Administrator   
Donnerstag, 13. Mai 2010 um 00:00

Mai 2010

 

  

Wenn wir in der Osternacht gefragt hätten, wer den weitesten Weg auf sich genommen hat, um nach Haindorf zu kommen so hätte unsere Osterkerze und die Überbringerin derselben ohne Zweifel sich melden können. Unsere Osterkerze kommt in diesem Jahr aus Esslingen via Gleicherwiesen im Kreis Hildburghausen zu uns.

 Wie schon in den vergangenen drei Jahren ist sie von einer jungen Frau gestaltet worden. Wer genau hinschaut erkennt auch die Signatur der Künstlerin. Franziska Tendel hat sich auch in diesem Jahr wieder bereit gefunden für unsere Kirche die Kerze zu gestalten.

Unsere Neue Osterkerze

Der Kerzenrohling wurde in diesem Jahr dankenswerter Weise von Herrn Diakon Martin Johannes aus Schmalkalden gespendet. Franziska  hat dann diese Kerze gestaltet und sie ihrer Mutter, Frau Sonja Tendel aus Gleicherwiesen für uns mitgegeben. Diesmal lag – Gott sei Dank – kein Schnee, als sich Sonja zu ihrer fast einstündigen Fahrt zum frühmorgendlichen Gottesdienst auf den Weg gemacht hat. Im Gottesdienst hat sie uns auch die dritte alttestamentarlichen Lesung in der noch ins Dunkel gehüllten Kirche gehalten. Aus Hesekiel hat sie die Zusage Gottes uns verkündet aus dem Feld von Totengebeinen durch die Kraft des Heiligen Geistes wieder neues Leben erstehen zu lassen. Franziska konnte in diesem Jahr selber nicht in Haindorf sein, weil sie in Auschwitz zu einer Versöhnungsfahrt gewesen ist. In ihrer Kerze hat sie nach meiner Einschätzung sehr kraftvoll die Hoffnung einfließen lassen, die für uns Ostern bedeutet. Im oberen Teil der Kerze ist eine Person angedeutet von der eine große Ausstrahlung ausgeht. Die Person ist in kräftigen Rottönen dargestellt. Die Strahlen die von ihr ausgehen nehmen neben dem Rot der Person auch Gelb und Gold als  strahlende Farben auf. Von den Armen dieser Person die sie schützend und segnend hält fließt regelrecht ein Mantel aus warmen und hellen Farben über die Kerze auf den Betrachter sowie auf die Zahl dieses Jahres und die im unteren Kerzensegment dargestellten Menschen. Von der rechten Brustseite der zentralen Person geht ein Fluss von heller Farbe aus die schließlich in einem kräftigen  und lebendigen Grün mündet. Dort wo dieses Grün auf die gemalten Gesichter trifft blüht es auf. Dieses Aufblühen, wie ein blühender Baum, geschieht genau im Bereich der gemalten 1 der Jahreszahl. Diese 1 ist gegenüber den anderen Ziffern etwas größer gehalten, so als wollte sie noch auf etwas anderes als nur das gegenwärtige Jahr hinweisen. Neben diesem aufblühenden Grün ist die bestimmende Farbe um diese 1 ein klares Goldgelb mit einem singulären senkrechten roten Strich. Der von der zentralen Person ausgehende Farbmantel hüllt schließlich den gesamten Kerzenstumpf ein. Von den Füßen der Person geht ein erst hellblauer und dann schließlich sattblauer Strom aus. Er umfließt regelrecht die Kerze und bildet den Hintergrund für die staunenden Gesichter die am Fuß der Kerze auf die zentrale Person ausgerichtet sind. Menschengesichter aller Couleur schauen begeistert und fröhlich nach Oben.

Da Franziska in diesem Frühjahr ihre Referendariatsstelle an einer Esslinger Schule angetreten hat war noch keine Zeit für ein ausführliches Gespräch über ihre Intention bei der Gestaltung der Kerze. Aber wie schon in den vergangenen Jahren vermute ich, dass sie eher zurückhaltend im Blick auf eine eigene Interpretation sein wird. Die beiden bisherigen Kerzen waren zum überwiegenden Teil durch tiefe dunkle Töne dominiert. Das Motiv des Baumes trat ebenfalls auf, allerdings als der Stumpf einer Weide, wo nur im Verborgenen die Möglichkeit des Widerausschlagens und Lebens zu hoffen gewesen ist. In jedem Jahr bin ich begeistert und dankbar für die geistliche Inspiration die in diesen Kerzen von Franziska konkret wird. Und ich hoffe und bin zuversichtlich, dass Jesus den Weg, den er in den Herzen begonnen hat auch bis zum Ziel führt.

   

 

 


 

Aktualisiert ( Freitag, 14. Mai 2010 um 20:14 )